Zeichnungen

Immer wenn ich in meinen Romanen über Magie schreibe, setzte ich mich vorher hin und entwerfe eine passende Weltordnung. So auch, als die Idee für ›Das Erbe des Alchemisten‹ Gestalt annahm. Ich schmökerte in Büchern über Quantenphilosophie, sah mir Dokumentationen über diverse Theorien der Astrophysik an, und als mein Kopf mit seltsamen Fakten restlos vollgestopft war, begann ich die Weltordnung der Magier zu entwickeln: Das Janusuniversum

Als Erstes kam der Schmierzettel, bei dem wohl weitere Erläuterungen von Nöten sind:

Das Janusuniversum besteht aus zwei Teilen, die durch ein Vakuumfeld verbunden sind. Die eine Seite, ich nenne sie mal den Positiv-Pol, entspricht dem uns bekannten Universum. Die andere Seite ist der Negativ-Pol. Im Negativ-Pol ist die Dunkle Materie zu verorten, sie wirkt auf den Positiv-Pol durch die Gravitation ihrer Masse (Wirkung entspricht der ca. 27% der im Positiv-Pol fehlenden Masse). Die Gravitation des Neagtiv-Pols ist stärker als die Gravitation des Positiv-Pols und sorgt somit für eine Krümmung in das Vakuumfeld hinein: Die Raum-Zeit-Krümmung entsteht. Durch diese Krümmung kollabieren die im Vakuumfeld bestehenden Wahrscheinlichkeitswellen. Elemente und Materie entstehen.

Die berechtigte Frage: Was hat das jetzt mit Magie zu tun?
Also … diese Weltordnung ist für die ›Systemische Magie‹ wichtig, denn die Raum-Zeit-Krümmung erschafft neben der Materie auch eine Kausalmatrix, mit der sich Hellsichtige und Kausalmagier synchronisieren.

Außerdem verträgt sich dieses Konzept mit der ›materia prima‹, die hier das Vakuumfeld repräsentiert, und macht den ›unio mystika‹ möglich, indem das Bewusstsein mit dem Vakuumfeld/›materia prima‹ verschmelzt und Zugang erhält zu der Dualität (Positiv- und Negativ-Pol) des Lebens.

Zu guter Letzt macht es mir einfach Spaß irgendwelche Weltordnungen zu entwerfen, daher auch noch die für den Roman vollkommen überflüssige Überlegung zu Schwarzen Löchern: Wenn Dunkle Materie kollabiert, reißt sie ein Loch durch das Vakuum, wodurch das Vakuumfeld freiliegt, keine Raum-Zeit mehr existiert (weil keine Krümmung mehr entsteht) und Materie in diesem Radius nicht entstehen kann bzw. verschwindet, wenn sie sich dem schwarzen Loch nähert.

Und zur Beruhigung: Dieses Konzept wird in dem Roman kaum thematisiert, es dient mir lediglich als Bezugssystem bei der Beschreibung des ›unio mystika‹.